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Wieder einmal Männertag und wieder eine
gerade Jahreszahl. Da ist es nicht schwer zu erraten, wie die
Feierlichkeiten zu Ehren des maskulinen Fesselfliegergeschlechts
ausfallen. Nichts mit Spazierstock und Fahrradklingel sondern Wohnwagen
gepackt und auf nach Salzburg. Ankunftszeit wie gewöhnlich 4.30 Uhr, nein
nicht am Nachmittag sondern am Morgen, wie es sich zu einem zünftigen
Männertag gehört. Je früher der Morgen um so erfreuter die Schlafenden -
also Susi und Holger geweckt und das erste Bierchen in den Kopf
geschüttet.
Der Männertag dient in
Salzburg traditionell der Entspannung. Training fiel wegen Müdigkeit bei
Töchterlein aus und so wurde geschwätzt und gegrillt. Die Wetterfrösche
verhießen für die kommenden Tage nicht Gutes und so genossen wir die
Sonnenstrahlen, sie sollten die letzten sein, die wir in der nächsten Zeit
zu sehen bekamen - "eh Wetterarsch, was hast Du scheiße Wetter gemacht !?"
Freitag bedeckter Himmel und dann
Regen
als um 9.00 Uhr die ersten Starter über den Platz fegten. Über 40
Kunstflieger hatten sich eingestellt, dazu 13 Mannschaften und 14
Speedflieger. Den Salzburgern ging es übrigens auch nicht viel anders als
uns zwei Wochen zuvor - von den dreizehn anwesenden Mannschaften hatten
ganze 5 gemeldet ! Der "Bewerb"
begann wie gewohnt gemütlich, jeden Tag sollte einen Durchgang geflogen
werden, da kommt kein Stress
auf ! Stress kann es in Salzburg eigentlich nur an einem einzigen Ort
geben, der Toilette - das Unikat für ca. 100 Aktive und Gäste. Man stelle
sich beim Lesen vor, es beschleicht Dich ein dringendes Gefühl ! Du stehst
auf, erreichst frohgemut den Ort Deiner Bedürfnisse und dann ist einer vor
Dir. Normalerweise sagst Du Dir, kein Problem, dauert nur drei Minuten.
Was Du aber nicht wissen kannst, er macht nicht das, was Du immer
dringender willst, nein er wäscht sich, rasiert sich, vielleicht nicht nur
das Gesicht sondern völlig überflüssiger weise die Waden ! Du spürst, wie
sich Deine Beine verwinden, wie sich Dein Gesicht immer mehr verfinstert
und dann fragt Dich vielleicht noch einer, ob Du schon lange warten
würdest - das ist Stress pur in Salzburg.
Im Kunstflug kam es zu einem Leistungsvergleich in Vorbereitung auf
die WM in den USA. Aus Tschechien und der Slowakei war eine große Mannschaft
angereist,
aus Frankreich Serge Delabarde, der amtierende Europameister, aus der
Schweiz natürlich Peter Germann und Hugo Borer und aus
Deutschland das komplette "Dream - Team". Sportler aus Ungarn
und Polen rundeten ein Feld von 43 Teilnehmern ab ! Uwe Kehnen war im Winter ungemein
fleißig gewesen. In seinem Auto sah es aus wie bei Fuchsjägers - drei neue
Modelle für ihn und seinem Sohn standen wie aus dem Ei gepellt zusammen
mit der Vorlage aus dem Jahr 2003 Richard und Klaus hatten
bewährte Technik aus dem vergangenen Jahr dabei.
Auch
Serge hatte neu gebaut - bewährte YAK 55M diesmal in Pink, aber ansonsten
kein Unterschied - hervorragend im Flug, was vielleicht aber auch am
Piloten liegen könnte. Im Zentrum
der Diskussionen natürlich die WM in Muncie USA. Peter Germann erzählte
mir, dass die Zahl der angemeldeten Kunstflieger z.Z. bei 50 liegt. Nicht
viel für eine WM ! Wenn man allerdings die Probleme sieht, die allein mit
dem Transport verbunden sind, dann kann man verstehen, warum so viele
qualifizierte Sportler in diesem Jahr die Meisterschaften auslassen. So
munkelt man beispielsweise von 1.000 € Flugtransportkosten bei den
Kunstfliegern !
Aber
zurück zum Wettbewerb. Gegen 17.00 Uhr war der erste Tag beendet und
die Sonne begann zu scheinen - wie es sich gehört : wer beim Fliegen
friert soll wenigstens bei Sonnenschein Bier trinken und grillen. Dies
taten dann auch fast alle Teilnehmer und es fing ein ordentliches
Besäufnis an. Nur die ganz Fleißigen konnte es nicht lassen und trainierte
bis zum Dunkelwerden Irgend wann
fiel in den späten Nachtstunden auch der letzte in sein Bett und schlief
dem Sonnabend entgegen.
Und
dann hörten wir es bereits in der Nacht - Regentropfen, die auf mein
Zeltdach klopfen, ..... nein, sie bringen mir keinen Gruß von Dir sondern
künden von "Scheiße Wetter" ! Holger vermeldete zwar, dass es uns noch
richtig gut ginge, in der Steiermark würde es hageln, aber das half den
nassen Schlafsäcken wenig, sie waren ganz einfach nass ! Noch in Jahren
werden die Alten in den Zelten ehrfürchtig von diesem Wochenende zu rühmen
wissen : "Wisst Ihr noch, Salzburg anno 2004, dass war ein Regen und ein
Schlamm ..... !"
Dafür gab es am Morgen Trainingsmöglichkeiten ohne
Ende. Nicht einmal
Richard
Kornmeier wollte seinen Motor abstimmen, und das will schon etwas heißen !
Es kam die Kunde, es solle um 12.00 Uhr losgehen, aber in den grauen
Vormittagsstunden halten es alle noch für ein Gerücht. So ist Zeit nach
Eugendorf zu fahren, eine Flasche Heurigen zu kaufen und den Vormittag
besinnlich zu begehen.
13.00 Uhr war es dann endlich so weit. Nein, nicht dass die
Sonne schien, es hörte nur auf schwächer zu regnen und die ersten mussten
unter die Dusche. Ich hätte heute für nichts in der Welt mit den drei
Schiedsrichtern in der F2B tauschen mögen !
Wir
hatten einigermaßen Glück, Petrus hatte ein Einsehen mit Tini und ließ
etwas mit Regnen nach, die anderen mussten aber durch. Es gab dann
doch ein paar sehr Eifrige, die noch trainierten, um die Modelle auf den
Regen abzustimmen. Letztere quitierten diesen Fleiß aber
höchstwahrscheinlich mit einer nicht ganz zu unterschätzenden
Gewichtszunahme, denn Strömungs-abrisse waren die Folge. Wer allerdings wie
wir die Modelle einfach auspackte, hatte Probleme mit Einstellung und
Motorlaufzeit ! Egal was man also machte, es war immer falsch.
Am Nachmittag mussten auch die Schnellen ran ! Bei den
Speedern lief es nicht so besonders. Nur 5 Sportler flogen überhaupt eine
Wertung. Und bei den Mannschaftsrennern ließen 4 den zweiten Durchgang
weg, da sie bereits die Halbfinalzeit im Kasten hatten.
Am Abend dann die besten Bedingungen - zumindest zum
Fliegen !
Der
Regen verabschiedete sich für den heutigen Tag und ließ sogar ein leichtes
Abendrot zu. Dafür sanken die Temperaturen. Der Matsch auf dem Platz nahm
extreme Formen an. Man gewöhnte sich
mittlerweile an die Pfützen, es war egal wo man hintrat, es war immer nass
! So sahen wir am Abend edel aus und manch ein Camper beneidete die
Weicheier und Warmduscher, die sich in einer Pension einquartiert hatten
und wirklich warm duschen konnten !
Wir hielten eisern durch, warfen die Grills an, tranken
einen Feigling auf unsere Gesundheit und gegen die drohende Erkältung und
hofften auf einen schöneren Sonntag - nicht auszudenken, die ganzen
Klamotten auch noch nass einzupacken.
Sonntag
morgens um halb acht : Salzburg muss umgezogen sein, nach Sibirien. Es ist
nun nicht nur nass, nein es ist auch noch kalt - arschkalt um es mal beim
Namen zu nennen. Um Acht Uhr sind die ersten dran, es geht rasend schnell,
denn die, die nicht fliegen wollen sind in der Mehrheit. Michael Binner
Nr. 27 sagt als erster ab, dann Tini, die Nummer 29 wird erst gar
nicht gesichtet. Selbst Richard Kornmeier und Serge Delabarde winken ab.
Dann kommt noch ein leichter Regen auf - man gönnt sich ja sonst nichts -
was den Prozess des Nichtfliegens noch verstärkt.
Bei
den Schnellen sieht man auch überall begeisterte Gesichter. Sie solle bei
den Photos die Temperatur mit vermerken ruft Angelika einer beim
Photographieren zu, nicht nötig,
man kann sie aus den Minen ablesen.
Die Modelle und die Hände sind kalt und die "Parkunfälle"
nehmen zu ! So oft wie in Salzburg habe ich noch keine durchrutschenden
Mannschaftsrenner gesehen. Selten ein Rennen, das mit drei fliegenden
Modellen beendet wurde.
Gegen Mittag schien für eine kurze Zeit die Sonne und wir
machten etwas, was wir sonst nicht machen, wir bauten ab und fuhren
bereits vor dem zweiten Semifinale ab. Aufwärmen im fahrenden Auto, wie
schön ! Wie ich später erfahren habe, gab es ohnehin kein Finale,
vielleicht ging es den restlichen Wettbewerbern nicht anders als uns.
Irgendwann machen Kälte und Regen den härtesten Fesselflieger mürbe !
Was bleibt zu sagen - ein
eigentlich toller Wettbewerb, den Petrus mächtig
gebeutelt hatte. Trotzdem unseren Dank den Organisatoren um Ostwald Hajek,
die wieder mit viel Liebe Ihre Anlage für den Fesselflug vorbereitet
hatten.
Unser Respekt allen Schiedsrichtern, die allen
Witterungsbedingungen zum Trotz für einen reibungslosen Ablauf sorgten und
heldenhafte Härte zeigten.
Vielleicht haben sie alle in zwei Jahren wieder mehr Glück.
Dann werden wir von einer Hitzeschlacht berichten, wenn wir unsere Sachen
packen, um dabei zu sein, beim Männertagsfliegen in
Salzburg 2006 !!

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